Zürcher Journalistenpreis 2004

Die Auslandredaktion der Neuen Zürcher Zeitung (Gesamtwerk), Daniele Muscionico (Alltagsjournalismus), Jean-Martin Büttner, Markus Schneider, Andreas Schürer und Bruno Vanoni heissen die Gewinner des Zürcher Journalistenpreises 2004. Ehrengast an der Preisverleihung in Winterthur war Ulrich Tilgner, langjähriger Auslandkorrespondent von SF DRS und ZDF.

Die feierliche Ehrung fand diesmal im stimmungsvollen Festsaal des Casinotheaters Winterthur statt - in Anwesenheit von zahlreichen prominenten Vertretern aus Medienwelt, Wirtschaft und Politik. Der durch seine Nahostberichte bekannte Fernsehreporter Ulrich Tilgner sprach über 30 Jahre Ausland- und Kriegsberichterstattung. Danach würdigte die Jury die Werke der sechs Preisträger. Insgesamt waren 147 Arbeiten eingesandt worden.

  • Auslandredaktion der NZZ
    8000.- Preis für das Gesamtwerk
  • Daniele Muscionico: Diva assoluta
    5000.- Preis für Alltag/Kleine Form
    Neue Zürcher Zeitung vom 16. Juli 2003
  • Jean-Martin Büttner: Was er als Stil betrieb, ist heute eine Marke
    5000.- Tages-Anzeiger vom 19. September 2003
  • Markus Schneider: Ein Volk von Invaliden
    5000.- Weltwoche vom 24. April 2003
  • Andreas Schürer: Kosovo-Serie
    5000.- Zürichsee-Zeitung vom 25. Juli und 16. August 2003
  • Bruno Vanoni: Geheimdienst-Serie
    5000.- Tages-Anzeiger vom 4. Und 25. Oktober 2003

Die Jury hat zum dritten Mal den Preis für einen Text, der aus dem Alltag heraus entstanden ist, vergeben, diesmal an Daniele Muscionico. Im Artikel über ihre Begegnung mit der von Schluckauf geschlagenen Sophia Loren fabuliere Muscionico über das Innenleben des Stars als auch über Äusserlichkeiten fein, ironisch und mit sprachlichen Doppelbödigkeiten und eröffne mit ihrer Imagination wahrhaft poetische Räume, erklärte Jurorin Barbara Bürer in ihrer Laudatio. Bereits früher habe Muscionico ihre Leser häufig mit ihren Texten verzückt. Der Titel des preisgekrönten Werkes «Diva assoluta», könne deshalb auch der Autorin zugedacht werden.

Gesamtpreis an eine Redaktion
Ebenfalls zum dritten Mal wurde eine Auszeichnung für das Gesamtwerk vergeben. Beim Auslandteil der NZZ handle es sich um einen Klassiker des Zeitungsgewerbes, erläuterte Jury-Präsident Andreas Isenschmid. Obwohl es Blätter gebe, deren Deutsch er schneller verstehe und die über eine besser gebaute Front verfügten, zeichneten sich die Berichte in der NZZ durch eine weltweit einzigartige Farbigkeit der Sichtweisen und Ausgeruhtheit des Geistes aus. NZZ-Korrespondenten würden von der Redaktion nicht getrieben, sondern meldeten sich aufgrund ihrer profunden Kenntnisse selbst, falls ihnen etwas berichtenswert erscheine.

Jean-Martin Büttner wurde ausgezeichnet für seinen Journalismus mit Ganzkörpereinsatz, dessen Stil eine Haltung ausdrücke, wie er auch im Artikel über Niklaus Meienberg zum Ausdruck komme. Markus Schneider erhielt den Preis für seinen schnörkellosen, analysierenden Bericht über die alarmierende Zunahme von IV-Rentnern. Andreas Schürer wurde gewürdigt für seinen Bericht aus Kosovo über eine ehemals in Stäfa ansässige, dann aber weg gewiesene Familie. Eine Auszeichnung ging an Bruno Vanoni für seine sauber recherchierten Berichte über die Geheimdienstintrige im Bundesrat.